Der Dresdner Stadtteil Gorbitz liegt am westlichen Rande der Stadt Dresden und gilt zugleich als ein großes Neubaugebiet der Stadt, das noch zu Zeiten der DDR errichtet wurde, um den sozialen Wohnungsbau voranzutreiben und den Wohnraummangel einzudämmen. Doch auch wenn der etwa 2,83 km² große Stadtteil hauptsächlich durch Neu- beziehungsweise Plattenbauten charakterisiert ist, gibt es auch einen historischen Stadtkern, genannt Altgorbitz. Altgorbitz, gekennzeichnet durch Altbauten und kleine romantische Gassen, entstand einst aus einer sorbischen Siedlung heraus und erstreckte sich bis in das Tal des Bachs „Gorbitzbach“. Das historische Altgorbitz wird von der Kesselsdorfer Straße von der zu DDR Zeiten entstandene Großsiedlung aus Plattenbauten, auch Neu-Gorbitz genannt,  getrennt und liegt somit südlich der Neubausiedlung Gorbitz.

Der Stadtteil Gorbitz verdankt sein Erscheinungsbild der Architektengruppe um Wolfgang Henke, Dr. Udo Fehrmann und Jörg Bösche, die im Jahre 1979 mit dem Bau beziehungsweise dem Entwurf der Neubausiedlung beauftragt wurden. Ihnen sind die gestaffelte Wohngebäudebauweise und die zentrale Mittelachse der Siedlung, an der sich die Straßenbahntrasse und zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten sowie seit nach der politischen Wende auch Fitnessstudios und das „Erlebnisbad Elbamare“ befinden, zu verdanken.

Baubeginn war der 21. August des Jahres 1981, Anfang des Jahres 1982 konnten die ersten neuen Bewohner ihre Wohnungen beziehen. Der schnelle Bau war nur aufgrund der Plattenbauweise möglich. Auf dem Wölfnitzer Ring im Dresdner Stadtteil Gorbitz entstand auch die hunderttausendste nach 1945 erbaute Wohnung der Stadt Dresden, die am 19. Juli 1984 fertig gestellt wurde.

Auch wenn der Stadtteil heute noch von Plattenbauten geprägt ist, hat sich das Bild seit der politischen Wende stark verändert. Einerseits wurden im Bereich der Kräutersiedlung zahlreiche Plattenbauten abgerissen und andere zurückgebaut, womit sich heute in diesem Teil von Gorbitz flache, sanierte und überaus beliebte Wohngebäude befinden und andererseits wurden größere Teile des Stadtteils durch die Architekten Grohmann&Kilian und Latz&Böttcher neu gestaltet.

Heute ist Gorbitz ein Stadtteil mit einem gemischten Publikum; wegen niedriger Mietpreise ist Gorbitz bei Studenten, aber auch bei Geringverdienern beliebt. Aufgrund der Bauweise des sozialen Wohnbaus ist das Gebiet infrastrukturell gut ausgebaut und verfügt über zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf. Neben dem günstigen Wohnraum finden sich auch, wie beispielsweise am Rande von Gorbitz in der Kräutersiedlung, kostenintensivere Miet- und Wohnflächen. Gorbitz hat sich nach der politischen Wende stark gewandelt und erscheint heute zu einem großen Teil als ein modernes Wohngebiet mit guter Infrastruktur und einer guten Anbindung an den Nahverkehr sowie mit Wohnungen, die einen fantastischen Blick über die Stadt Dresden bieten.