Wie der Name schon sagt, hat die Goldgewinnung in Goldkronach eine lange Tradition. Bereits im 14. Jahrhundert wurde in dem kleinen oberfränkischen Städtchen im Fichtelgebirge Gold gewonnen. Später war Goldkronach einer der wenigen deutschen Orte, wo Gold unter Tage gefördert wurde. Das Abbaugebiet erstreckte sich auf einer Fläche von zwei mal vier Kilometern. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden die Bergbauarbeiten in Goldkronach eingestellt. Erst Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Geschäft wieder aufgenommen und erlebte im 19. Jahrhundert noch einmal eine Blütezeit. Unter anderem wirkte auch der berühmte Naturwissenschaftler Alexander von Humboldt als Bergbaumeister in der Stadt. Der Ertrag des Bergbaubetriebes war so groß, dass der Markgraf von Brandenburg-Bayreuth aus dem Gold einen Dukaten mit der lateinischen Aufschrift „Aurofodina Goldcronacensis“ prägen ließ. Erst im Jahr 1925 wurde die Goldgewinnung in dem Gebiet unwirtschaftlich und musste eingestellt werden.

Die Geschichte des Bergbaus in Goldkronach ist in dem Goldbergbaumuseum ausführlich dokumentiert. Dieses befindet sich im ehemaligen Forstamt der Region und beinhaltet auf zwei Etagen und acht Räumen zahlreiche Ausstellungen. Es besteht bereits seit 1987 und wurde vom Verein „Heimatmuseum Goldkronach e.V.“ ins Leben gerufen. Die Ausstellungen widmen sich verschiedenen Themen, zum Beispiel der Suche nach Gold, dem Bergbau, dem Untertagebau, dem Bau von Stollen und der Goldverarbeitung. Auch die mühsame Arbeit der Bergleute und die Versuche von Alchemisten, Gold herzustellen, werden ausführlich dokumentiert. Jeder Ausstellung wurde ein Raum zugewiesen, dessen Eingang teilweise wie ein Stolleneingang gestaltet ist.

Für Münzsammler dürften besonders die Goldmünzen interessant sein, die in dem Museum ausgestellt sind. Zwar handelt es sich um Nachbildungen, diese stehen jedoch den Originalen in Nichts nach. Im Goldbergbaumuseum erhält man auch einen Einblick in die Arbeit von Alexander von Humboldt, der zeitweilig in dem Ort zugange war. 1794 schrieb er an einen Freund: „In Goldkronach bin ich glücklicher, als ich je wagen durfte zu glauben.“

Doch nicht nur in dem Museum kann man sich über den Goldbergbau in Goldkronach informieren, auch zwei Besucherbergwerke liefern einen eindrucksvollen Einblick in die Arbeit der Bergarbeiter. In den Stollen, die jeweils auf einer Länge von 35 bzw. 105 Metern begehbar sind, finden regelmäßig Führungen statt. Auch der Alexander-von-Humboldt-Wanderweg zeigt Relikte aus der Zeit des Bergbaus. Der Weg führt mitten durch das Grubenareal, auf der man unter anderem verlassene Halden, Schächte und Stollenmundlöcher besichtigen kann. In Goldkronach sind übrigens immer noch geringe Mengen Gold zu finden. So haben Besucher die Möglichkeit Gold zu waschen. Jährlich finden hier im Sommer auch die Deutschen Meisterschaften im Goldwaschen statt. Das Goldbergbaumuseum, die Bergwerke und der Wanderweg erlauben einen interessanten Einblick in die Welt des historischen Bergbaus.