Goldschmuck hat in Asien im Gegensatz zu anderen Teilen der Welt eine viel höhere Bedeutung. Dies ist besonders in Indien, dem zweit größten Land Asiens, zu beobachten. Dort ist es Tradition, dass die Väter ihren Töchtern Goldschmuck kaufen, den sie später in die Ehe als Mitgift einbringen. Das Gold steht im Besitz der Frau und dient ihr im Falle einer Scheidung oder dem Tod ihres Ehemannes als Sicherheit. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es in Indien den größten Goldmarkt der Welt gibt. Goldhandel ist in Indien ein riesiges und ertragreiches Geschäft. Die große Nachfrage nach Gold übt auch einen bedeutenden Einfluss auf den weltweiten Goldkurs aus.

Jährlich ist in den Sommermonaten ein fallender Goldpreis zu beobachten. In dieser Zeit werden in Indien keine Hochzeiten durchgeführt, die Nachfrage nach Goldschmuck sinkt also. In Indien findet die Hochzeitssaison von September bis Mai statt. Die Monate Oktober, Dezember, Januar und Mai gelten als besonders geeignet für Hochzeiten, da in diesen Monaten wichtige indische Feste stattfinden. So auch das Diwali Fest, das in etwa mit dem christlichen Weihnachtsfest vergleichbar ist.

Die Inder verkaufen Gold, um das Hochzeitsfest zu finanzieren, und kaufen Gold in Form von Schmuck für die Braut. Geld für den Goldkauf ist meist im Herbst übrig, wenn die Ernte eingefahren ist. Dann steigt die Nachfrage sowohl auf dem indischen Goldmarkt als auch auf dem weltweiten Markt spürbar an. In asiatischen Ländern ist besonders hochkarätiges Gold sehr gefragt. Während in der restlichen Welt auch ein niedriger Feingehalt für die Herstellung von Schmuck genutzt wird, gilt dies in Indien als nicht akzeptabel. Gold mit weniger als 23 Karat wird hier als nicht „wahres Gold“ angesehen.