Die Heraeus Holding GmbH ist ein deutsches Unternehmen mit dem Sitz in Hanau in der Nähe von Frankfurt. Es agiert weltweit in den Bereichen Edel- und Sondermetalle, Medizintechnik, Dentaltechnik, Quarzglas und Solar-Technologie. Das Unternehmen wurde im Jahr 1851 gegründet und gilt heute als eines der erfolgreichsten deutschen Familienunternehmen. Es ist im Besitz von 188 Gesellschaftern, Vorsitzender der Geschäftsführung ist Frank Heinricht. Die Familie Heraeus ist durch Jürgen Heraeus, der die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden inne hat, weiterhin im Management der Firma vertreten. Circa 13.000 Mitarbeiter sind bei Heraeus beschäftigt, welcher für seine Familienfreundlichkeit bekannt ist und 2008 den Sonderpreis für betriebliche Kinderbetreuung im Bundeswettbewerb „Erfolgsfaktor Familie“ erhielt. Im Jahr 2011 erwirtschaftete der Konzern nach eigenen Angaben einen Umsatz von 4,8 Milliarden Euro, davon 21,3 Milliarden allein im Edelmetallsektor. Es konnte ein Gewinn von 315 Millionen Euro an die Teilhaber ausgeschüttet werden, 75 Millionen mehr als noch im Vorjahr. Insgesamt kann das Unternehmen ein ständiges Wachstum verzeichnen und gehört zu den Spitzenreitern im Bereich Edelmetalle und Technologie.

Das Unternehmen Heraeus wurde 1851 von Wilhelm Carl Heraeus gegründet, der Chemie und Pharmazie studiert hatte und nun die väterliche Apotheke übernahm. Hanau war zur damaligen Zeit als Stadt der Goldschmiede bekannt. Es existierte ein weitreichendes Problem, dem sich Heraeus widmete: dem Einschmelzen von Platin. Dies war nur in kleinen Mengen möglich, bis er einen Weg fand, durch einen Knallgas-Gebläsebrenner auch größere Mengen einzuschmelzen. Die Erfindung mündete in die Gründung der „Ersten Deutschen Platinschmelze W. C. Heraeus“, zu deren Kunden bald Unternehmen aus der ganzen Welt zählten. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts folgten noch weitere bahnbrechende Erfindungen, wie pharmazeutische Eisenpräparate, Haltestifte zum Fixieren von künstlichen Zähnen und Leuchtdrähte für Glühlampen, die den Erfolg der noch jungen Firma förderten.

1896 übergab Wilhelm Carl Heraeus die Geschäftsführung an seine beiden Söhne Wilhelm und Heinrich Heraeus. Zu diesem Zeitpunkt besaß das Unternehmen bereits 40 Mitarbeiter. Die Brüder setzten sich vor allem für die Forschung und Entwicklung ein und arbeiteten zu diesem Zweck mit dem Chemiker Richard Küch zusammen. Es gelang ihnen erfolgreich, den Boom in der Platinverarbeitung zu nutzen, womit sie zur Expansion des Unternehmens beitrugen. 1927 übernahm bereits die dritte Generation der Familie Heraeus die Geschäftsleitung. Im Zuge dessen entwickelte sich Heraeus zum Multi-Produkt-Unternehmen, das sich nicht nur auf die Edelmetallverarbeitung, sondern auch auf andere Technologiebereiche konzentrierte. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt Hanau und damit auch die Firma Heraeus durch Bombenangriffe der Alliierten zerstört. Beim Wiederaufbau des Unternehmens konzentrierte man sich vor allem auf die bewährten Teilbereiche und schaffte die Grundlage für die Internationalisierung des Konzerns. Diese wurde schließlich durch Jürgen Heraeus, mittlerweile die vierte Generation der Heraeus-Familie, durchgeführt, indem er die Heraeus Holding GmbH gründete. In den letzten Jahren expandierte das Unternehmen nach China und Südafrika und spaltete sich in verschiedene Teilbereiche, zum Beispiel Heraeus Precious Metals, Heraeus Medical und Heraeus Materials Technology, auf.

Das Unternehmen Heraeus zählt heute zu den erfolgreichsten Unternehmen in seiner Branche und kann Firmen aus den Bereichen der Telekommunikationsindustrie, Chemiebranche, Stahlindustrie, Automobil- und Luftfahrttechnik sowie Medizintechnik zu seinen Stammkunden zählen.