Francisco Pizarro war ein spanischer Konquistador, der als besonders ehrgeizig und zielstrebig galt. Der ehemalige Schweinehirt lebte Anfang des 16. Jahrhunderts auf der Insel Hispaniola, heute als Dominikanische Republik und Haiti bekannt, als er sich der Expedition Vasco Núñez de Balboas anschloss, die loszog, um den sagenhaften Goldschatz von El Dorado zu finden. Die Reise führte zwar nicht zum gewünschten Ziel, jedoch erfuhren die Entdecker erstmals vom Reich der Inka, eine der Stämme südamerikanischer Ureinwohner in Peru.

Pizarro ließ sich nach der Expedition in Panama-Stadt nieder und erfuhr dort von der Eroberung des Königreichs der Azteken. 1524 machte er sich gemeinsam mit dem Geistlichen Hernando de Luque und Diego de Almagro auf, um den Schatz von El Dorado zu finden. Nach zwei gescheiterten Versuchen erreichten sie die peruanische Küste und kehrten mit Goldfunden nach Panama zurück. Der spanische König Karl I. ernannte ihn daraufhin zum Machthaber über Peru und gab ihm die Erlaubnis, das Land zu erobern. Im Jahr 1532 brach Pizarro mit 180 Mann auf, um das Reich der Inka der spanischen Flagge zu unterstellen.

Die spanischen Truppen gelangten nach Cajamarca und trafen dort auf Atahualpa, den Herrscher der Inka, und seine Armee von fast 20.000 Mann. Pizarro sah sich einer Übermacht entgegen, die es mit einem wohl überlegten Plan zu überlisten galt. Er beschloss Atahualpa in das Innere des spanischen Lagers zu locken und ihn dort gefangen zu nehmen. Der Inkaherrscher folgte Pizarros Einladung und traf mit 5000 unbewaffneten Männern in dessen Lager ein. Dort wurde er von den Spaniern überwältigt und eingesperrt. Seine Truppen zögerten den Kampf aufzunehmen, aus Angst, ihrem Anführer könnte daraufhin etwas angetan werden. Nur wenige von ihnen überlebten die anschließende Schlacht, die mit einem überlegenen Sieg der Spanier endete.

Atahualpa, der die Goldgier der Spanier bemerkt hatte, schlug ihnen einen Kompromiss vor. Er würde den Raum, in dem er eingesperrt war, mit Gold und Schätzen auffüllen lassen, wenn man ihn danach frei ließe. Pizarro ließ sich auf den Tausch ein und die Inka leisteten den Anweisungen ihres Anführers folge. Innerhalb von drei Monaten wurde der Raum randvoll mit den wertvollsten Schätzen der Inka gefüllt, während die Spanier derweil die Hauptstadt der Inka, Cuzco, plünderten. Nur wenige der Schätze erreichten das spanische Festland, ein Großteil des Goldes und Silbers wurde noch vor Ort eingeschmolzen und in Barren und Münzen verwandelt.

Obwohl er seinen Teil der Abmachung erfüllt hatte, wurde Atahualpa nicht freigelassen. 1533 wurde er zum Tode verurteilt und anschließend in Cajamarca hingerichtet. Sein Nachfolger war Manco Cápac II., der sich zuerst mit den Spaniern verbündete, später jedoch die Inkahauptstadt Cuzco erfolglos zurückerobern wollte. Zwischen Pizarro und seinem früheren Mitstreiter Diego de Almagro entbrannte daraufhin ein Streit um die Vorherrschaft in dem Inkareich, der für Almagro tödlich endete. Pizarro wurde später von Anhängern Almagros getötet. Vor seinem Tode hatte er noch die Stadt Lima, ehemals Ciudad de los Reyes (Stadt der Könige), gegründet, die heute die Hauptstadt Perus ist.