Seidnitz gehört nach der Eingemeindung am 1. Juli 1902 zu der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Heute ist der Stadtteil Teil den statistischen Stadtteilen Tolkewitz/Seidnitz-Nord und Seidnitz/Dobritz und somit dem Ortsamtsbereich Blasewitz untergeordnet.

Der Stadtteil Seidnitz, welcher sich zwischen den Dresdner Stadtteilen Striesen und Reick befindet, ist vor allen aufgrund der dortigen Pferderennbahn, welche eine lange Tradition hat, bekannt.

Entstanden ist Seidnitz während des Mittelalters als slawisches Platzdorf, urkundlich erwähnt wurde der heutige Stadtteil von Dresden erstmals im Jahre 1378. Ursprünglich das das Dorf Seidnitz von zahlreichen kleinen Seen umgeben, die mit der Absenkung des Grundwasserspiegels im Jahre 1898, welcher im Zusammenhang mit dem Bau der Wasserwerke Tolkewitz stand, verschwanden.

Die bereits eingangs erwähnte Pferderennbahn in Seidnitz veranstaltet schon seit dem Jahre 1890 Galoppsportveranstaltungen auf dem Gelände. Heute locken die Renntage zahlreiche Gäste an. Zuletzt konnten jährlich etwa 60.000 Besucher gezählt werden. Grund für die Beliebtheit ist neben der wundervollen parkähnlichen Anlage auch die Familienfreundlichkeit dieser Anlage.

Während des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Stadtteil zu einer Arbeiterwohngemeinde. Dies war nicht zuletzt den industriellen Aufschwung des benachbarten Striesens und des Dresdner Stadtteils Niedersedlitz geschuldet. In der Folge entstanden auch zahlreiche neue Wohnbauten in Seidnitz, welche hauptsächlich an die in der näheren Umgebung tätigen Arbeiter vermietet wurden. Mit dem Neubau von Wohnraum und dem Zuzug neuer Bewohner ging auch der ländliche Charakter der Gegend verloren; 1902 folgte die Eingemeindung nach Dresden.

Nach dem ersten Weltkrieg erfolgten eine weitere Bebauung der noch offenen Freiflächen sowie die Ansiedlung einiger Betriebe entlang der Bahnstrecke. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte ein weiterer Ausbau des Gebietes infolge der Industrialisierung. An der Bodenbacher Straße entstanden die VEB Chemieanlagen und der VEB Robotron-Elektronik. Wohnbauten in Form von Plattenbauten wurden zwischen den Jahren 1974 bis 1976 an der Bodenbacher Straße errichtet, wobei das im Jahre 1997 eröffnete “Seidnitz-Center” eines der bedeutendsten Bauprojekte der letzten Zeit in diesem Dresdner Stadtteil darstellte. Von den einstigen und zahlreichen historischen Gebäuden des Stadtteils sind heute nur noch wenige erhalten; darunter das alte Feuerwehr-Gerätehaus und kleinere Teile des alten Dorfkerns.