Der Dresdner Stadtteil Zschertnitz liegt im Süden der sächsischen Landeshauptstadt und gehört heute zum Ortsamtsbereich Plauen. Benachbarte Stadtteile sind Räcknitz, Strehlen und die Südvorstadt. Zschertnitz wurde als slawische Siedlung gegründet und im Jahr 1308 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name stammt unverkennbar aus dem Slawischen und bedeutet so viel wie „Teufelsdorf“. Eigentümer des Dorfes war lange Jahre die bekannte Dresdner Familie Münzmeister. Kurzweilig hatte Hans Münzmeister auch das Amt des Bürgermeisters inne.

Als sich im 16. Jahrhundert Familien aus Ostra in Zschertnitz ansiedelten, begann das Dorf zu wachsen. 1813 wurde es in der Schlacht von Dresden schwer beschädigt und nahezu vollständig zerstört, konnte aber in den Jahren danach wieder aufgebaut werden. Bis 1880 wurde das umliegende Land landwirtschaftlich genutzt, bis in dem Gebiet umfangreiche Lehmvorkommen entdeckt wurden. Danach siedelten sich mehrere Ziegeleien in Zschertnitz an und das ehemalige Bauerndorf avancierte zum Wohnvorort.

1902 wurde Zschertnitz offiziell von der Stadt Dresden eingemeindet und erhielt erstmals auch Anschluss an das städtische Straßenbahnnetz. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde der Stadtteil lediglich um einige Wohnsiedlungen erweitert. Bei den Bombenangriffen auf Dresden am 14. Februar 1945 wurde Zschertnitz, wie viele andere Stadtteile auch, schwer getroffen, obwohl es nicht als Hauptziel galt.

Die mittlerweile stillgelegten Lehmgruben des Ortes dienten jahrelang als Trümmerkippe für die zerbombte Dresdner Innenstadt. 1989 entstand hier schließlich eine Kleingartenanlage. In der DDR änderte sich das Stadtbild von Zschertnitz durch den Bau zahlreicher Wohnblocks nahezu völlig.

Ein Gebäude mit hohem Bekanntheitsgrad war viele Jahre lang der „Paradiesgarten“. Er entstand 1854 und wurde später durch ein Ballhaus erweitert. Anfang des 20. Jahrhunderts avancierte der „Paradiesgarten“ zu einer der beliebtesten Vergnügungsstätten der Dresdner Bevölkerung. Hier fanden zahlreiche Bälle, Konzerte und andere Großveranstaltungen statt, die auch die Bewohner der benachbarten Orte anlockten. So war der „Paradiesgarten“ bis zum Zweiten Weltkrieg eines der fünf beliebtesten Ballhäuser der sächsischen Landeshauptstadt. 1945 wurde es so schwer beschädigt, dass es danach nur noch als Lager genutzt werden konnte. Nachdem es 1977 einem verheerendem Großbrand zum Opfer fiel, wurde es abgerissen. An seiner Stelle steht heute ein gleichnamiges Einkaufszentrum.

In Zschertnitz wurde auch das erste Motel der DDR errichtet. In der Münzmeisterstraße wurde der Gebäudekomplex 1967 nach den Plänen des Architekten Karl Kübler erbaut. Es erfreute sich in den folgenden Jahren einer großen Besucherschaft. Zu den Stammgästen zählten zum Beispiel auch Spieler ausländischer Fußballclubs. 1990 wurde es zum Hotel „Am Bismarckturm“ umbenannt, später jedoch geschlossen. Nach dem Abriss des Gebäudes wurden hier mehrstöckige Wohnhäuser errichtet.

Zschertnitz gilt heute als Wohnvorort in ruhiger Lage, der sich aufgrund dessen bei seinen Bewohnern großer Beliebtheit erfreut.